Vor Jekaterinburg liegt die offizielle Grenze zwischen Europa und Asien. Die Grenzziehung wurde mehrmals geändert, doch heute basiert die Linie auf wissenschaftlichen Fakten.:
Geologisch gesehen stossen hier die Asiatische und Europäische Platten zusammen und bildeten den Ural, der auch zudem Wasserscheide ist. Oestlich wird über die Wolga ins kaspische Meer entwässert, westlich fliessen alle Gewässer in den Ob der ins Polarmeer mündet.
Jekaterinburg ist die viertgrösste Stadt in Russland mit 1.4 Mio Einwohner, wurde benannt nach der russischen Kaiserin Katharina II, aus deutschem Adel stammend. In der Sowietzeit hiess die Stadt und der Bezirk Swerdlowsk. Die Bahnstation heisst noch heute so und die Zeitangaben im Fahrplan enstprechen Moskauer Zeit (- 2 hr)
Gegründet wurde die Stadt von Peter der Grossen, der hier eine Eisenhütte errichten liess.
Holz als Brennstoff gab es reichlich in den Uralhügeln ...
und der Fluss lieferte die notwendige Antriebskaraft
Unser Tourguide, eine Deutschlehrerin von Jekaterinburg bessert während der 3 monatigen Sommerferien mit Nebenjobs Ihr Geehalt auf. Die Frau ist sehr belesen und spricht ein perfektes Hochdeutsch, hat aber nie in Deutschland gelebt. Sie versucht uns die Geschichte dieser Stadt näher zu bringen
Der Handel dieser strategisch ideal gelegenen Stadt entwickelte sich prächtig, was an den
eleganten alten Handelshäusern ersichtlich wird. Die Fassadengestaltung ist eine Vermischung verschiedener Stile, da der Bauherr stolz meinte er könne sich das leisten.
Anfang 1918 nahm die Geschichte einen turbulenten Verlauf: Der Zar Niklaus II wurde mit seiner Famlie aus der Verbannung in Sibirien nach Jekaterinburg geholt.
Das Haus hat Jelzin abreissen lassen um die Geschichte auszublenden.
Später erichtete die orthodoxe Kirche für 100 Mio $ die Kathedrale des Blutes, exakt über dem Haus....
Heute ein Wallfahrtsort und Treffpunkt der Randständigen
Blick von der Kathedrale auf die Neustadt
Vor der Kirche vebeugt man sich vor dem Fortgehen
Hier das typische orthodoxe Kreuz: mit zusätzlichem Querbalken oben für die Hände und schrägem Querbalken unten für die Füsse ( einer gegen den Himmel, einer gegen die Erde)
Gerne setzt man sich vor der Büste des letzten Zaren in Pose... Man beachte die zunehmend asiatisch geprägten Gesichter..
Für den Besuch der Kirche müssen sich die Frauen verhüllen. Richtig chic....
Alles im Blockhausstil gebaut
Eine spezielle Atmosphäre herrscht im Inneren.
Der Ort wird auch sehr gerne von Hochzeitsgesellschaften besucht.
In der Stalinzeit war Jekaterinburg eine gesperrte Stadt, da eine bedeutende Rüstungsindustie hier aufgebaut wurde.
In der Umgebung gab es viele Arbeitslager (Archipel Gulag) und viele der politischen Gefangenen sind nie mehr nach Hause zurückgekehrt. Hier eine Gedenkstätte an einem Massengrab von 18'000 Opfern...
Auch heute gibt es noch mehrere gesperrte Städte in der Umgebung, die auf keiner Landkarte eingezeichnet sind...
Heute eine pulsierende, rasch wachsende Stadt.
Im Hintergrund der nie fertig gebaute Fernsehturm.
Architekturstile der Neuzeit. Jeder Präsident oder Führer der Sowietunion hat sich im Wohnungsbau ein Denkmal gesetzt: Stalin baute Riesige Wohnungen, wobei aber jede Familie nur ein Zimmer hatte (Kommunen). Später wurden Kleinstwohnungen von 30 m2 gebaut, dafür umso mehr.
Hier ein Altbau aus den 50er Jahren, die Fassade gleicht einer wehenden Fahne. Quadratmeterpreise stolze 2500 Euro. Die Russen sind daher meist Mieter.
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