Sonntag, 10. Juli 2011

18 Karakorum


Wir machen einen Ausflug nach Westen, nach Karakorum, der alten Mongolenhauptstadt zu Zeiten von Tschinggis Khan.

Ein grosses Gewitter zieht auf.

Das viele Wasser fliesst nur langsam ab. Zum Glück verläuft unsere Strasse auf einem Damm.

Abstecher zum Nationalpark Khustain, der 15 Km abseits der Hauptstrasse in den Hügeln liegt .
Hier musste erst die 50 cm tiefe Rinne mit Erde gefüllt werden, um ein sicheres Passieren zu gewährleisten. Diese feuchten, oft schlammigen Pisten bringen unsere Fahrzeuge an deren Limite.


Morgenausflug zu den Przewalski Pferden. Im Nationalpark ist eine bedeutende Auswilderungsstation,  die diese Urpferde hegt und pflegt. Nachdem die Pferde in der Mongolei als ausgestorben galten, konnten durch Europäische Initiative Restbestände von Ungarn wieder ausgesetzt werden. Heute umfasst die Herde 250 Tiere.


Beobachtung der Murmeltiere mit ihren Jungen am gegenüberliegenden Hang.

Bisher unbekanntesVerbotsschild: Konservenbüchsenverbot zum Schutz der grasenden Pferde. Absolut notwendig in der Mongolei, wo Abfall wie in Russland in der Natur entsorgt wird.


Teevisite ohne Voranmeldung in einer Jurte. Bezüglich Kommunikation hilft uns die begleitende Rangerin.


Mutter und Sohn bewirten uns.


Die Steppe lebt: Grillen, Heuschrecken in Hülle und Fülle

Daneben alle Arten von Kleintieren, wie die Spuren im feuchten Boden zeigen.


Pilze brechen nach dem grossen Regen durch den Boden



Auf Wanderung

In den Wiesen gedeiht  wilder Rhabarber



Besuch von der Jurte. Die Jungs haben eine riesen Freude an den beiden geschenkten Spielzeugautos.


Besuch bei der Grossmutter. Mit ihren Enkeln zusammen betreut sietrotz der 74 Jahren immer noch eine Kuhherde  und ein paar Pferde.


Das Lebenszentrum: das Jurteninnere

Auf der Seite schläft die jüngste Enkelin

Auch eine Nähmaschine gibt es.

Draussen wird uns die Herstellung von Joghurt gezeigt.
Zuerst wird der Ofen mit Pferdedung vorgeheizt.

Dann wird die Kuhmilch aufgesetzt und ein wenig Starterkultur, sprich Joghurt zugegeben und bis 50°C aufgeheizt.


Die Kleine ist erwacht und versteckt sich vorerst hinter der Oma.
Das 4 jährige Mädchen hat eben das Ritual des ersten Haarschnitts hinter sich, verbunden mit einem Familienfest, ähnlich unserer Taufe.


Noch ein bisschen früh fürs Frühstück (Joghurt)



Nachher übernimmt die grössere Enkelin das Rühren.

Der Enkel ist für das frühmorgendliche Zusammentreiben der Kühe zum Melken verantwortlich. Die Kühe grasen mehrere Kilometer weg von der Jurte. Da ist man auf ein Pferd angewiesen.


Landschaftsimpressionen


Herde mit Ziegen, Schafen und Kamelen..

Es ist Regenzeit: Jeden Tag ein kleines Gewitter..

Steppe wie wir sie von Patagonien her kennen..


Regenschutz: Schwere Mäntel mit überlangen Aermeln sind typisch für Männer

Halsbrecherisches Einfangen der Pferde mit langer Rute und Schlinge

Der Regen: Den Einen gefällts, ....


 den Anderen weniger..



Winterunterstände: das Dach wird mit Erde isoliert.



 Das breite Olchon Tal in dem Karakorum liegt


 Das Kloster Erdene Zuu  neben Karakorum, mit einer Umfassungsmauer aus 50 Stupas. Das Kloster wurde in der Sowietzeit zerstört, da die "unproduktiven" Lamas als Belastung angesehen wurden.

Heute ein Wallfahrtsort mit entsprechend vielen Händlern und Buden..

 Touristenattraktion: Zur Jagd abgerichteter Steinadler versucht sich von seinen Fesseln zu befreien.

 Im Kloster grasen die Ziegen...

 Die einzigen erhaltenen Tempel

Wohnhaus der Lamas

Tägliches Gebet


Eingangstor mit typischem Türklopfer


Kostbarkeiten im Tempelinneren

 Figuren der Götter (tibetanisch)

 Farbenprächtige Götter

Hinter dem Kloster der einzige Zeuge der einstigen Hauptstadt Karakorum.
Zentrum des mongolischen Weltreiches von Chingghis Khaan (13 JH), das von China bis Europa reichte...
Heute nur noch Steppe mit 0.3 Einwohnern pro Quadratkilometer...

 Hier treffen wir auf eine Schweizergruppe, die mit Jeeps von "Voyages et Culture" (Andrea Frauchiger  stösst in Taschkent dazu) unterwegs ist

Ausflug ins Hinterland. Wir stoppen bei einer Jurte. Die Bäuerin will die Stuten Melken ..

Der Bauer führt das sonst angebundene Junge am Tag alle 2 Stunden kurz zur Mutter zur Anregung der Milchproduktion. Aus der gemolkenen Milch wird Airag produziert. 


Besuch in einem ehemaligen Kloster in dem Provinzhaptort Tsetserleg, das auf 1700 m gelegen ist..



Traditionelle Gefässe. So ein Teekrug aus Messing haben wir auch. War mir aber nicht bewusst, das dieser aus der Mongolei sein könnte...


Transport der Jurten anno dazumals


Heute gehts einfacher mit dem Lastwagen...

Unter den mongolischen Instrumenten findet man auch "Alphörner". Wer hats erfunden????


 Werktagskleidung von Früher: viel Kultur ist inzwischen verloren gegangen...

Die Tempelanlagen werden restauriert

Stele mit Schildkröte

 Vom grossen Teil des Klosters sind jedoch nur noch Ruinen übrig

Prozession um die Stupas herum. Begleitet von Musik laufen die Gläubigen  mit Geschenken mehrmals um die Anlage herum und halten die vielen Gebetsmühlen im Gang.
Man beachte im Hintergrund die Lärchenwälder, ein Novum in der meist baumlosen Landschaft.

 Schamanenfelsen mitten inder Landschsft

 Auf dieser Hochebene sind die winterrobusten Yakherden heimisch.

Wir fahren auf Erdpisten durch eine unendlich weite Landschaft. Hier liegen die wenigen Jurten 10 km und mehr auseinander



Wir erreichen den See Ugii Nuur und somit wieder eine perfekte Teerstrasse... 
Wir sind erleichtert dass der Chauffeur alle Schlammlöcher und Felsen so gekonnt gemeistert hat


 Wir gelangen zu einem Museum mit Stelen und Gräbern aus der Turkzeit (6.-8. JH).
Die Stelen sind das Testament des Bogd Khan und sind in Turk und Chinesisch beschriftet.
Museum und Strasse sind ein Geschenk der türkischen Regierung....


 Auf der Heimfahrt treffen wir auf eine Reitertruppe die fürs morgige Klein Naadam Fest trainiert. Die
Pferde sind festlich geschmückt


 Von allen Seiten kommen die Reiter zum Wettkampf

Schön verzierte Sättel mit Silberarbeiten

 Nach dem Kampf ein Schluck Airag zur Stärkung



Drei Generationen, drei Kleiderstile


Kleine Prinzessinen überall

Hier werden nur Sonnenbrände geloescht, mit fein versprühtem Wasser..



 Reitertruppe

Traditionelle Gewänder

und Kopfbedeckungen

 Unterhaltung für die Jungs


Auch fürs leibliche Wohl wird gesorgt: Bei der Fabrikation von Teigtaschen helfen auch die Männer

Backen bei der sommerlichen Wärme: ganz schön anstrengend.

Zum Schluss noch eine Prise Schnupftabak aus dem Fläschchen im Beutel.


Abends wird traditionelle Musik geboten, mit Rosskopfgeigen, Hackbrett und einer Art Harfe.


 Im Vordergrund ein Sänger, der mit Kehlkopfgesang die Zuhörer begeistert. Man meint es seien elektronisch erzeugte Töne, einfach unglaublich...


 Zum Schluss noch ein Darbietung eines 12 jährigen Schlangenmädchens....Fast nicht zum Zuschauen.


Wir sollten für die Rückfahrt tanken, doch ziehen wir vertrauenswürdigere Zapfsäulen vor: Schlechter Diesel hat einem unserer Gruppe ganz schön Probleme bereitet. Man muss jedoch froh sein überhaupt Diesel zu kriegen. Letzten Monat war Kraftstoff rationiert... Die Russen verkaufen lieber in den Westen...
Auch in den wenigen "Dörfern" entlang der Strasse gibts nur das Lebensnotwendigste zu kaufen...


Unser Rastplatz für eine Nacht

Erholsamer Ritt nach anstrengender Fahrt.

Besuch der Kameltreiber..

Unser Führer zu den Dünen

Die Sanddünen: Von weitem sichtbar und ueber 50 km lang. 

Regenbogen über Wüstenlandschaft...

Die Geier und Steinadler sind sofort zur Stelle um Aas wegzuräumen. 


Was so alles auf einem Laster Platz hat: 6 Kamele, 3 links, drei rechts.

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