Donnerstag, 13. Oktober 2011

37 Persepolis (IR) - Isfahan (IR)

Von Yaszd aus fahren wir in westlicher Richtung quer durch die Wüste Richtung Persepolis




Immer wieder treffen wir auf  Befestigungen mit Wachttürmen aus Lehm .
Erstaunlich mit wieviel Liebe zum Detail die Aussenwände dieser Türme ausgeführt wurden.



In Pasargadae, einer Palastanlage  aus dem 5 Jh vor Christus steht die Grabkammer des damaligen Achaemeniden Königs Cyrus dem Grossen.
Viele der Gebäulichkeiten wurden von Alexander dem Grossen geplündert und zerstört.
Nur wenig weiter weg der " Thron der Mutter Salomons": Ueberreste einer monumentalen, 6000 m2 grossen Zitadelle oben auf einem der raren Hügel.



Von oben geniesst man einen wunderbaren Ausblick in die Weiten Zentralirans.

Vom privaten Palast von Cyrus sind nur noch die 30 Stümpfe der Säulenhalle im Inneren vorhanden.
Man beachte die bewusst verwendete dunkle Farbe der Sockelsteine.
Auf einem Steinblock  ist in Keilschrift eingraviert: "Ich bin Cyrus der Achaemeniden König"

Wo dazumal grosse Gärten die Palastanlagen umgaben, sind heute nur noch Steppe und ein paar Maisfelder  übriggeblieben. Vor dem Maisfeld steht eine Pumpanlage, die Grundwasser zur Bewässerung aus dem Boden holt
.


Die Dörfer sind alle an die Hänge gebaut, zum Schutz vor Ueberschwemmungen des Talbodens bei den seltenen, aber starken Niedeschlägen. Die Häuser sind farblich fast nicht vom felsigen Hintergrund zu unterscheiden.


In den weiten Flusstälern wird Reis angebaut und dies mitten in der Wüste



Die Felsengräber von Naqsh e Rostam sind für die  Könige Darius I, Darius II und Xerxes im 5. Jh vor Christus in ein Steincliff in der Nähe von Persepolis gebaut worden. In den Grabkammern beigesetzt wurden nur die Knochen, nachdem diese durch die Geier gesäubert worden sind
.


Unterhalb der Grabkammern sind 700 Jahre  später von den Sassaniden Triumpf Steinreliefs angebracht worden . Das Bild  zeigt Shapur I auf dem Pferd und den römischen Kaiser, der nach seiner Niederlage vor ihm niederknien muss.



Die prunkvollen Palastanlagen in Persepolis sind von Achaemeniden König  Darius I erstellt worden und sollen die Macht und Grösse seines Weltreiches versinnbildlichen, das von Ethiopien bis zum Indus reichte. Die besten Handwerker aus fernen Ländern wurden zum Bau herbeigezogen .
Im Bild die Ueberreste des Apadana  Palastes , dem grossartigen Empfangsraum für die fremden Gäste.

  


Die Anlagen stehen auf einem riesigen Sockel aus grossen, exakt zusammengefügten Steinquadern.

Durch das "Tor aller Nationen" sind die fremdländischen Gäste in den Palast gelangt.


Detail eines bullenartigen Fabelwesen als Wächter amToreingang




Besonders eindrücklich sind die Reliefs an den Seiten der breiten Wandeltreppen.
Hier ein wilder Löwe der ein Pferd angreift.



Persische Wachsoldaten des Königs in langen Röcken


Treppengeländer mit Untertanen, die dem König ihre Gaben bringen.


Der Tachara, der private Winterpalast von Darius mit den wuchtigen Türbogen.
Die Steinquader weisen immer noch Brandspuren auf die auf Alexander den Grossen zurückgehen.

die alle innen mit Wächterfiguren und Keilinschriften versehen sind.

Der prachtvollste Treppenaufgang zum Ardana Palast stellt die Vertreter der 28 Nationen im Achaemeniden reich dar , die alljährlich zum König pilgern um ihm die Ehre zu erweisen




Die Figuren sind so detailliert, dass man die Herkunft der abgebildeten Personen klar erkennen kann: Babylonier, Thrakier, Parthier, Inder, Elamiten, Kappadokier, Skythen...
Persepolis zeigt eindrüclich, wie multikulturell die Gesellschaft des damaligen Perserreiches war.



An Tafeln mit  Keilschrift werden die Darstellungen in den  Reliefs beschrieben


In Persepolis haben wir den südlichsten Punkt unserer Reise erreicht.
Nun gehts wieder in den Norden, wo es hoffentlich ein paar Grade kühler ist


Was aussieht wie ein frisch verschneiter Berggipfel ...

entpuppt sich als riesiger Steinbruch für weissen Marmor

In den umliegenden Verarbeitungswerken werden die Blöcke in Platten und Quader zersägt. 

Es ist Wochenende: die Iraner gehen Campieren...


Ab und zu ein paar Schafe. Die einstigen umherziehenden Nomaden mit  Zelten und grossen Herden
sind verschwunden, mit ihnen auch die alte Tradition des Teppichknüpfens 



Die wenigen Oasen sind eine angenehme Abwechslung in dieser Steinlandschaft 




Ueber einem ausgetrockneten alten Flusslauf die Ueberreste einer ganzen Lehmstadt,

die wahrscheinlich wegen Wassermangels aufgegeben werden musste

Isfahan, die Perle des alten Persiens, heute eine 2 Mio Stadt. Der alte Stadtkern ist kaum zu erkennen
 in diesem Häusermeer

In den teilweise engen Strassen der Stadt herrschen chaotische  Zustände. Gefahren wird sehr aggressiv und rücksichtslos. Eine U-Bahn, die den Verkehr in der Innenstadt beruhigen soll, ist im Bau.

Der Innenhof des  altehrwürdigen Hotels Asabbi: eine richtige Wohlfühloase in dieser turbulenten Stadt



Ein richtiger Paradiesgarten in dem die Früchte (Quitten) direkt vor dem Mund hängen...

Nebenan die Koranschule

mit besonders reicher Stalaktitendecke im Eingangsbereich




Zahlreiche Paläste  (Hasht Behesht Palace) in grossartigen Parkanalgen,...

 
die bei der immer noch sommerlichen Wärme zum Verweilen einladen,....



...oder flanieren. In den Grünanlagen werden wir immer wieder von Iranern angesprochen, die wissen wollen wo wir herkommen, was wir arbeiten, wie viele Kinder wir haben und und und.... Die Leute sind sehr interessiert an Kontakten mit Ausländern und nutzen jede Gelegenheit um ein wenig Englisch zu sprechen.



Die Empfangshalle des Palastes: Das Leben spielte sich oft draussen ab

Becken mit Wasserspielen spenden angenehme Frische


Besonders beeindruckend: der Imam Platz, ein gigantischer Baukomplex  mit Moscheen , Palästen, Markthallen und riesigem zentralem Platz.

Am besten nimmt man die Pferdekutsche für eine Besichtigung

 


Der sechsstöckige Palast von Shah Abbas aus dem 16. Jh mit fantastischer Aussicht vom grosszügigen Balkon mit 18 schlanken Säulen auf den Imam Platz Balkon.



Am Ende des Platzes die Imam Moschee aus der Safawiden Zeit

  

Die Moschee ist bekannt für ihre besonders  fein gearbeiteten  blauen Mosaiken...

und ihre gut ausgewogenen Proportionen


Eingang der Sheik Lotfoolah Moschee mit dem mit cremefarbigen Glasursteinen verzierten Kuppeldach




In den Arkadenbauten um den Platz herum sind  Läden und Werkstätten eingezogen.


Tischlerwerkstatt

Kupfer und Messingschmiede sind emsig am arbeiten: Wie wäre ein Riesensamovar als Souvenir?




Geschnitzte Holzmodel für Stoffdrucke, wie man sie auch in Indien und im Glarnerland kennt.

Klassische Muster  auf  Tischtüchern, Deckeli etc


Feine Silberarbeiten: kunstvolle Arbeiten aber schwierig vorzustellen in unserem Wohnzimmer.



Auch in der Markthalle präsent: Portrait von Khomeni.





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