Wir sind in Sarakhs in die islamische Republik Iran eingereist.
Der Grenzübertritt verlief relativ problemlos, die Beamten und die lokalen Guides sind äusserst hilfsbereit. Den Gesundheitscheck (Aids/Schweinegrippe) haben wir bestanden, Versicherung und Benzinbezugskarte erhalten. Geld wechselt man bei den vielen Autos vor dem Zoll, die den Kofferraum voll Noten haben. Für ein Euro gibts 17'500 Rials und den Wechselbetrag kriegt man in kleinen Scheinen von 20'000 Rials.
Da wir nicht in der Nähe des Zolls uebernachten dürfen fahren wir zum nächsten Hotel, ein Kasten mit imposanter Fassade.
Nachts schaut noch die Polizei vorbei und fragt in einem Auto nach, ob das Paar auch verheiratet sei...
Die Rückseite des Hotels ist nicht ganz so perfekt, aber wer schaut den schon hinten.
Am Morgen fahren wir südwestlich Richtung Mashhad durch wüstenartige Landschaften. Doch dank Bewässerung ist viel flaches Land nutzbar gemacht worden.
Kleine Lehmdörfer fügen sich farblich perfekt in die Landschaft ein
Etwas abseits der Strasse die Karawanserei Robat-e Sharaf, die an der alten Seidenstrasse zwischen Merv und Mashhad liegt. Karawansereien gab es im Abstand von Tagesetappen (ca 30 Km) entlang den Haupt- Routen.
Erstaunlich gut erhalten sind die reichen Lehm Stuckaturen über Türen und Tore aus dem 12. Jh.
Hier waren die Gemächer für die reicheren Kaufleute
Riesiger Innenhof mit Stallungen, Lagerräumen und Schlafgemächern.
Die Grösse der Anlage lässt erahnen, wieviel Karawanen dazumals hier durchgegangen sein müssen.
Weiter gehts durch Sandwüsten,
hüglige Halbwüsten
und Oasen
Im kleinen Dorf ist die Schule aus: Mädchen tragen alle Kopftücher, wissen aber wie sich in Pose zu setzen für ein Foto
Wir erreichen Mashhad, eine Stadt mit 2 Mio Einwohnern und 20 Mio Pilgern jedes Jahr.
Mashhad ist für die Iranischen Schiiten der heiligste Ort im Land, da hier Reza, der achte Imam (Nachfolger Mohammeds) ermordet wurde.
Während die Moschee und das Mausoleum mit vergoldeter Kuppel ins 12. -14. Jh zurückdatieren, sind die Bauten um den zentralen Platz neu, teilweise sogar noch unfertig.
Um sein Grab ist ein gigantischer Komplex an Moscheen, Koranschulen, Minarette, Museen und ein riesiger zentraler Betplatz für10'000 Gläubige gebaut worden.
Hier der Dom und die Minarette der Goharshad Moschee.
Der goldene Eingang des heiligen Schreins (Mausoleum) von Imam Reza
Keramik Mosaike vom Feinsten
Das Innere des heiligen Bereiches ist nur für Muslime zugängig. Doch selbst für die Besichtigung von Aussen müssen alle Frauen einen Tschador tragen. Nicht sehr vorteilhaft, aber das ist ja der Zweck der Sache.
Während die Moschee und das Mausoleum mit vergoldeter Kuppel ins 12. -14. Jh zurückdatieren, sind die Bauten um den zentralen Platz neu, teilweise sogar noch unfertig.
Mashhad hat mehr Hotels als das 8x grössere Teheran, doch das Zimmerangebot reicht nirgends hin. Auf dem Campingplatz sieht man hunderte kleiner Zelte, teilweise direkt auf der Strasse.
Neben der Kirche gibts aber auch ein weltliches Leben. Moderne Shoppingcenter verführen zum Geld ausgeben
Abends werden wir vom lokalen Guide nach Hause zum Tee, Kuchen und Früchte eingeladen. Er, 26 Jahre alt lebt immer noch zu Hause mit Vater , Mutter, 6 Geschwister und Tante. Eine richtige Grossfamilie.
Der Vater ist Teppichhändler und spricht aufgrund der vielen Geschäftskontakte mit Europa leidlich Deutsch. Er zeigt uns mit Stolz seine Privatsammlung: alles Museumsstücke!!
Alte Stücke sind selbst in diesem Zentrum der Teppichknüpfkunst (Bochara, Beloutsch) äusserst rar geworden.
Die Stadt wächst und wächst. Geanze Quartiere werden neu aus dem Boden gestampft. Neue Wohnbauten werden aus Gründen der Erdbebensicherheit mit Eisenträgern verstärkt .
Immer wieder Wüste.
Wir durchfahren die Dascht e Kavir Wüste, eine Salzwüste im nördlichen Iranischen Hochland
zwischendurch Kulturen mit Obstbäumen und Trauben.
Granatäpfel sind sehr beliebt, nicht nur zum Essen sondern auch als Sujet in Teppichen und Stickereien
Die Trocknung der Trauben erfolgt in Lehmhäuschen mit durchbrochenen Fenstern zur Luftzirkulation: Haben wir doch schon in China (Turfan) gesehen, 3000 km oestlich...
Wichtigstes und beliebtes Transportmittel bleibt das Moped.
Für grössere Lasten werden vor allem alte Mercedes Lastwagen eingesetzt. Diese bewährten und robusten Modelle werden im Iran nachwievor neu gebaut .
Strassentafeln sind ausser auf Nebenstrassen meist zweisprachig ausgeführt, was die Navigation enorm erleichtert.
Entlang den Strassen sind oft Oleandersträuche anzutreffen
Herstellung von Backsteinen. Die Lehmziegel werden in die Oefen von oben eingefüllt, zugedeckt und gebrannt
Mittagessen unterwegs. Es gibt nur ein Menu: Reis mit Hähnchen, Yoghurt, Tomaten/Gurkensalat Fladenbrot und iranisches Coca Cola. Erstaunlich für uns wieviel Reis gegessen wird.
Der Reis stammt übrigens fast ausschliesslich aus iranischer Produktion
Wir sind am Rande der Dasch-e Lut Wüste im Iranischen Hochland, das sich bis nach Afghanistan erstreckt
Wir sind in Tabas, ein richtiges Oasenstädtchen am Rand der Wüste Lot. Hier ist der Bruder des Imam Reza (siehe Mashhad) begraben. Der Sarkophag aus weissem Marmor steht unter einem mit hunderten von Spiegeln verkleideten Kuppeldach. Die ganze Anlage mit dem Park wirkt sehr gepflegt und äusserst sauber.
Es herrscht grosser Besucherandrang, hier der Eingang für die Frauen
Nach dem Besuch der heiligen Stätten sind die Pilger hungrig. Man organisiert gemeinsam ein Familienpicknick.
Nach dem Essen geniessen die Männer die Wasserpfeife...
und die Frauen waschen am Brunnen ab.
Die Familie möchte mit den exotischen Gästen fotografiert werden...
Als Ungläubige kriegt man am Eingang einen weissen Tschaddor geliehen und wird entsprechend von den Iranerinnen bestaunt und belächelt...
Alles in allem nicht sehr angenehm Christ zu sein...
Auch die jungen Soldaten besuchen gemeinsam diesen Ort und wollen ein Gruppenfoto haben
Palmen: Oasenfeeling kommt auf
Uebernachtet wird auf dem Parkplatz vor den heiligen Stätten
Am Morgen wird das Zelt, Sack und Pack in ein Tuch eingewickelt und auf das Autodach verladen.
Gefrühstückt wird auf dem Trottoir
das heisse Wasser für den Tee holt man sich nebenan aus dem Samovar
Beliebt ist das Flanieren im Bagh e Goresh, einem botanischen Garten mit exotischen Pflanzen, die vergessen machen, dass man mitten in der Wüste ist
Ausflug in einen Canyon in die nahen Berge
Das Flussbett ist gleichzeitig Wanderweg. Ueberaschend ist die angenehme Temperatur des Wassers
Die Erklärung für die angenehmen Wassertemperaturen:
Ueber 30-40° warmes Wasser aus der Tiefe entspringt den Felsen links und rechts
Hinten stossen wir auf die 500 jährige Staumauer aus Lehm mit einem Durchgang unten, der den Wasserdurchfluss begrenzen soll, um Ueberschwemmungen in Tabas zu vermeiden.
Auf guten Teerstrassen gehts weiter durch Wüstenlandschaften
Ab und zu eine alte Lehmsiedlung.
Die wenigen Einwohner sind aber oft in Backsteinhäuser umgezogen.
Zurück bleibt ein Freilichtmuseum...
Viele der Lehmbauten wurden beim letzten starken Erdbeben von1978 zerört oder haben Schaden genommen
Auch Festungen mit Wachtürmen sind aus Lehm gebaut worden
Oben in den Bergen, inmitten der Wüste liegt Chak Chak, ein wichtiges Heiligtum der Zoroastrier.
Vor dem Islam war dies die wichtigste Glaubensgemeinschaft in Persien
Oben in den Bergen, inmitten der Wüste liegt Chakchak, ein wichtiges Heiligtum der Zoroastrier.
Vor dem Islam war dies die wichtigste Glaubensrichtung in Persien
Der Tempel wurde am Ort in die Felsen gebaut, wo eine Sassanidenprinzessin auf der Flucht durch einen tropfenden Felsen vom Verdursten gerettet wurde
Wüstenimpressionen am Morgen
Wir sind in Yaszd, einer weiteren Wüstenstadt im Süden.
Von der Amir Chaqmaqmoschee ist nur noch die treppenförmige Fassade und die Minarette übrig geblieben
Die riesigen Holzkonstruktionen in Blattform werden in religiösen Prozessionen mitgetragen
Auf den Dächern werden sogenannte Windtürme installiert, die jedes noch so kleine Lüftchen ins Innere des Gebäude leiten, um dies zu kühlen.
Typische Fladenbrote werden im Dutzend gekauft
Geschäftsstrasse: man flaniert meist unter schattenspendenden Bäumen
In den vielen Tante Emma Läden gibts ein erstaunlichgrosse Warenangebot.
Die vielen Stoffläden zeigen, dass hier noch viel nach Kundenwunsch geschneidert wird
Die Minarette im Iran sind viel graziler und auch höher als diejenigen in Uzbekistan
Die Jame Moschee ist bekannt wegen der ausserordentlichen Höhe des Eingangstores,
hat aber auch besonders fein gearbeitete Mosaike aussen und Innen
Die Altstadt ist ein richtiges Labyrinth mit vielen überdachten Passagen
Innenhof eines vornehmen Bürger Palais in der Altstadt mit Sofa über dem Wasserbecken
Die Wände der umliegenden Räume sind mit Spiegeln und Stuck verziert. Die Fensterscheiben sind aus gefärbtem Glas
Unser letztes Gruppenmeeting in Yaszd, an dem die möglichen Routen für die nächsten Tage besprochen werden.
Die einen fahren an den Persischen Golf (40° im Schatten), die andern nach Kermann oder Shiraz und wir fahren quer rüber nach Persepolis um dann über Isfahan nach Täbriz zu gelangen. Selbstständiges Fahren und Uebernachten im Freien ist problemlos möglich im Iran, wobei der grobe Routenplan von der lokalen Agentur vorgegeben wurde.
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