Wir verlassen die wüstenähnliche Ebene um Kashgar und fahren durch ein langestrecktes Tal Richtung Torugat Pass, der uns nach Kirgisien führen soll.
Die Zollabfertigung erfolgt bereits 100 km vor der Grenze. Das übliche umständliche Verfahren: Chassisnummer und Motornummerkontrolle, Visakontrollen etc etc...
Die letzten 100 km in China gehen durch eine bizarre Landschaft, wobei wir kontinuierlich an Höhe gewinnen.
Das Wasser des Flusses ist durch Erde tief rot gefärbt.
Pastellfarben, wie ein Gemälde
Entlang der Strasse sind nur vereinzelte kleine Siedlungen mit meist verfallenen Häusern anzutreffen.
Auch in dieser hintersten Ecke Chinas ist der Islam präsent
Neben Lehmhäuser gibts auch gemauerte Jurten
Der Pass wird hauptsächlich vonchinesischen LKW's für Warentransporte nach Kirgisien gebraucht
Endlich erreichen wir auf 3700 m die eigentliche Grenze, nachdem wir nochmals 2 Checkpoints passiert haben.
Die Grenze wird durch einen verzinkten Zaun markiert und gesichert.
Der Konvoi stoppt am Grenztor zu einer letzen Kontrolle der Papiere.
Vor dem passieren des Tores muss erst noch ein Graben quer zur Strasse zugeschüttet werden...
Man kann wirklich nicht von einer offenen Grenze sprechen
Ein letzter Blick zurück nach China
Auf dem Hügel rechts ist ein Wachturm installiert....
Auf der kirgisischen Seite erreicht man auf 3600m eine Hochebene inmitten der 4000er mit See und sprudelnden Quellen (Bild).
Die Zollabfertigung findet in einem Schuppen statt ohne grosse Formalitäten. Die Zöllner sind eingehüllt in dicke Mäntel und Kappen..
Welch ein Wechsel der Kulturen....
Am anderen Morgen liegt frischer Schnee auf den umliegenden Bergen, das Wasser in der Quelle ist gefroren...
Zm Glück haben unsere Wohnmobile eine Heizung
Auch in dieser hochalpinen Lage gibt es Leben: Weit auseinanderliegende Jurten und Pferdeherden, ein Bild wie man es aus der Mongolei kennt.
Wir stoppen bei einer Jurte um Frischkäse zu kaufen.
Den Preis schreibt mir der Junge auf die staubige Wagentür.
50 Som (ca 1 Sfr) für einen ganzen Sack voll.
Ich gebe ihm meine kleinste Note, einen Hunderter.
Der Junge schaut mich lange an und weiss nicht was er machen soll. Natürlich hat er kein Retourgeld bei sich.
Dann lacht er glücklich und macht sich aus dem Staub.
Am Wegrand wartet eine ganze Familie und winkt freundlich. Wir glauben sie möchten uns Kumis (vergorenene Stutenmilch) verkaufen. Die Frau spricht Russisch wie ein Buch und deutet auf die drei älteren Knaben. Endlich haben wir verstanden: Die Knaben sollen mit uns ein Stück fahren.
Wir willigen ein und die Knaben mit viel Gepäck und Schachteln sind schon im Wohnmobil.
Auf die Frage wieweit wir sie fahren sollen verstehe ich nur Airport und Bishkek, ca 400 km von hier.
Erst als wir der Mutter erklären, dass unser Weg ueber einen Umweg von 500 km nach Bishkek führt , entschuldigt sie sich und die Knaben verlassen enttäuscht das Wohnmobil.
Erst später klärt sich das Rätsel, dank unserem russischen Guide. Morgen ist Schulanfang und wir sollten ihre Kinder nach Bishkek zur Schule bringen
Reparatur Werkstätteauf 3000m. Zum Glück läuft unser Sprinter ohne Probleme.
Unendlich weite Steppen auf diesem Hochplateau. Im Gegensatz zu China gibts hier nur Schotterstrassen
Disteln am Wegrand
Wir fahren in ein Seitental nach Tash Rabat, entlang der alten Seidenstrasse
Unser Uebernachtungsplatz ist bei einer alten Karawanserei aus dem 10 Jh.
Die Karawanen benutzten solche solide gebauten Herbergen, um besser gegen umherziehende Räuber geschützt zu sein.
Heute übernachten hier vor allem Globetrotter in den umliegenden Jurten.
Man beachte die Türeingänge, die mit typischen Filzteppichen (Shyrdaks) verschlossen sind
Die Zeiten als Karawanen mit Kamelen vorbeizogen sind längst vorbei
Die Bäuerin von nebenan verkauft auch Souvenirs, hauptsächlich selbstgefertigte Filzwaren.
Abends gibts ein kirgisisches Nachtessen: selbstgemachtes Brot mit frischer Konfitüre als Vorspeise, Kartoffeln, Kohl und Lammfleisch als Hauptgang.
Gegessen wird an niedrigen Tischen, auf dem Sofa oder auf Kissen am Boden sitzend.
Dazu wird Tee serviert. Der Samowar dient zur Heisshaltung des Wassers, das zur Verdünnung des starken Aufgusses verwendet wird.
Schuhe werden ausgezogen und am Ofen warm gehalten..
Am Morgen schaut alles gespentisch grau aus
Heuernte auf 2500 m, aufgeladen wird von Hand..
Einfache Siedlungen entlang der Strasse
Immer wieder überraschen die farbenfrohen Alltags-Gewänder
Endlich wieder in einem Städtchen mit Tante Emma Laden. Keine chinesischen Nudeln im Angebot, aber dafür Butter, Käse und Brot, was uns in denn letzten 5 Wochen sehr gefehlt hat.
Gerechnet wird mit Zählrahmen.
Es ist Nationalfeiertag. Kirgisien feiert mit einer Parade 20 Jahre Unabhängigkeit von Russland
Geblieben ist den Kirgisen das Russisch als offizielle Amtssprache.
Auch sind Architektur, Kultur und Lebensweise stark durch Russland geprägt worden.
Typischer Friedhof, meist abseits der Dörfer: Die Toten werden in Tücher gewickelt und begraben. Je nach Stellung und Vermögen baut die Familie ein Grabmal, das auch mal eine kleine Moschee sein kann.Die Gräber bleiben für immer bestehen.
Getreidefelder. Die Ernte erfolgt hier erst im September
In den Talsohlen trifft man auf kleine Dörfer wie Oasen
Männerrunde mit den typischen Filzhüten
Wasser gibts meist nur am Brunnen
Endlich wieder einmal richtige Tannenwälder.
Die Jurten sind nahe an der Strasse aufgebaut um die eigene Produkte einfacher an den Mann zu bringen
Kirgisisches Wohnmobil die Alternative zu Jurten: Gekocht wird am Herd draussen
Aufstieg zu einem weiteren 3100 m Pass
Uebernachtungsplatz auf 2900m auf der alten Passstrasse
Spektakuläre Panoramas geben einen Eindruck der Bergketten des Tien Shan
Typisches Bauernhaus mit Kaltdach.
Wie das wohl im Winter bei -20°C mit Kuhdung warmgehalten werden kann?
Entlang der zahlreichen Flüsse ist alles saftig grün, im Gegensatz zu den kargen Hügeln
,Bauernhaus mit Oldtimer Lastwagen und trockenem Kuh/Pferdedung für den Winter
Im Hintergrund verschneite Gipfel ohne Ende
Oft wächst entlang der Strassen wilder Sanddorn
Trutthähne am Wegrand
Kleiner Schwatz unter Bauernsleuten am Marktplatz in Kochkor
Verkauf von Wassermelonen direkt ab Lastwagen
Die Polizisten tragen immer noch die alten sowietischen Uniformen
Erster Schultag nach den Sommerferien. Ueberall festlich gekleidete Mütter und Kinder mit Blumensträussen
Parade fast wie am Kinderumzug des Sechseläutens
Am Markt kauft man sich Schulhefte und Tornister resp. Rucksack
Wieso Kirgisen bei warmen sommerlichen Temperaturen Regenmäntel tragen ist mir unklar.
Wir sind in einer Manufaktur für kirgisische Filzteppiche (Shyrdaks).
Die Bsitzerin demonstrier die Herstellung des Filzes
Im Laden stossen wir auf eine wahre Fundgrube: lauter alte Türeingangsbehänge mit feinen Stickereinen
Die wenigen ebenen Flächen werden meist genutzt für Getreideanbau
Stausee inmitten der Steppe: hätte ein bisschen Regen nötig
Der See hat nur Zuflüsse aber keinen Abfluss. Trotzdem bleibt der Wasserspiegel konstant.
Die Dächer der zahlreichen kleinen Moscheen sind mit verzinktem Blech verziert.
Die Muslime hier sind nicht so strenggläubig wie in Uigurien. Verschleierung der Frauen kennt man hier nicht. Selbst Kopftücher werden von den jungen Frauen nur selten getragen.
Unser Uebernachtungsplatz direkt am See
Entlang des Sees gedeihen Obstbäume dank des milden Klimas besonders gut
Ausflug in ein Seitental der südlichen Bergkette
Bergbäche wie in der Schweiz
Wir klettern kontinuierlich hoch und erreichen eine hochalpine Landschaft
Wir nähern uns einem der zahlreichen Gletscher
Eine perfekte gepflegte Kiesstrasse führt uns bis auf 3800m...
auf eine Hochebene auf der wir 35 Km fahren
um schliesslich bei einer Goldmine zu landen.
Ab hier ist die Strasse gesperrt.
Wir sind aber nicht allein. Grosse Konvois bringen Material aus dem Tal
Die letzte Steigung wird mit letzter Kraft geschafft
Bauernhaus, könnte in der Schweiz sein..
Rückweg: 2000m tiefer sehen wir den See wieder
Plantage mit Pfirsichbäumen
Unverkennbar russische Architektur
Wir sind in Karakol, am östliche Ende des Issykul Sees, ein kleines Städtchen das während der Sowietzeit viele russische Touristen hatte, heute aber Mühe hat den Anschluss zu finden.
Heute ein Geheimtip als Ausgangspunkt für Trekkings ind die umliegenden Berge(bis 7000m)
Marktszene: frisches Gemüse und Obst aus der Umgebung.
Die Gesichtszüge typisch russisch...
Der Basar: die Läden sind in Containern untergebracht
Hier kauft man Busbillets oder lässt sich die Telefonkarten aufladen
In der Nähe liegt das Grabdenkmal und Museum des russischen Naturforschers Prezewalski, bekannt für die Erhaltung der Urpferde (siehe Mongolei)
In mehreren Expeditionen, die meist 2-3 Jahre dauerten, hat Prezewalski die Wüsten Taklamakan und Gobi durchquert
Der einst gepflegteGarten ist heute ein idyllischer Naturpark
Die lokale Parkwächterin versucht mit Blumen dem ganzen ein besonderes Gepräge zu geben
Blick vom Grabdenkmal auf den See, der vor 150 Jahren bis hier hinauf gereicht hat.
Idylle mit den Bergketten im Süden des Issikul Sees
Impressionen vom Nordufer des Sees
Wir durchfahren viele kleine Strassendörfer entlang des Sees.
Eine sehr rurale Gegend und ein völlig unberührtes Seeufer
Reiter und Gänse mit typisch russischem Landhaus im Hintergrund.
Die Strasse läuft in einiger Entfernung dem See entlang.
Die Ebenen zum See wird für Getreideanbau genutzt
Beidseitig der Strasse sind schattenspendende Pappeln.
Pappeln werden auch als Windschutz zwischen den Feldern gepflanzt
Die dem See entgegengesetzte Seite der Strasse ist meist karg und trocken
Wasser fürs Wohnmobil holt man am Brunnen
Lastwagen sind meist aus den 50er Jahren
Unser Uebernachtungsplatz am Sandstrand des Issykul Sees
In der Nähe stehen zwei gemauerte Jurten, die als Sommerdatschas genutzt werden.
Trotz Familienfest werden wir eingeladen die Nationalspeise Kurtaki zu kosten
Lammfleisch, Zwiebeln und Kartoffeln werden auf dem offenen Feuer zubereitet
Auf der anderen Seite der Bucht liegt Cholpon Ata, einer der wenigen Badeorte am See, mit entsprechend vielen Hotels und Rummelplätzen (Riesenrad) für die zahlreichen russischen Urlauber.
Ansonsten sind die Seeufer meist unberührt
Wir verlassen den See und fahren durch ein Flusstal nordwestlich Richtung Bishkek
entlang der gut gesicherten kasachischen Grenze
Einer der wenigen Grenzübergänge. Der Andrang hält sich in Grenzen.
Blick nach Kasachstan: viel trockene Stepe und kahle Hügel
Wir ereichen Bishkek, die moderne Hauptstadt von Kirgyzstan .
Erstmals sind wir wieder unter 1000 m
(Die durchschnittliche Höhe in Kyrgyzstan ist über 2000 m)
Welch ein Gegensatz nach all den eindrücklichen ruralen und alpinen Gegenden die wir besucht haben.
Grosszügig angelegte Plätze....
und Denkmäler bereichern die Stadt
Auch Lenin wird immer noch in Ehren gehalten.
Eine eigentliche Altstadt fehlt.
Parlamentsgebäude
Regierungsgebäude
In diesen zwei Gebäuden aus der Sowietzeit wurde erst kürzlich noch Geschichte geschrieben.
In zwei Revolutionen (2005 / 2010) wurden die Präsidenten wegen Begünstigung des eigenen Clans vertrieben.
Scharfschützen auf dem Dach schossen auf die demonstrierende Menge (siehe Spuren an den Gitterstäben)
Nachdem die Demonstranten sich Panzer eroberten wurde die Gebäude gestürmt und geplündert
Die 2010er Unruhen in Osh, über die auch in unseren Zeitung berichtet wurden, waren eine Folge dieser Erreignisse
Bishkek ist auch als die grüne Stadt bekannt
Grosse Parkanlagen mit Blumen und Kunst laden zum Flanieren im Schatten ein, ...
was bei den sommerlichen Temperaturen sehr angenehm ist
Auf dem Kunstmarkt: Das Bild zeigt ein Reiterspiel mit zwei Parteien, bei dem eine Ziege ohne Kopf in ein definiertes Feld auf dem Platz gelegt werden muss
Bilder wie man sie in Europa auch findet, einzig die Jurten weisen auf Kirgisien hin
Mit 7400m der höchste Gipfel des Tien Shan: Der Schnee rutscht stets an der glatten Marmorflanke in die Tiefe
Ueberbleibsel vom sowietischen Drill: Wachtablösung am Grab des unbekannten Soldaten
Im Hintergrund das Theater, rechts die Statue von Mansa, dem Author eines kirgisischen Heldenepos, das in Versen und Liedern die heldenhafte Geschichte der Urahnen erzählt
ATEMBERAUBEND!!!
AntwortenLöschenLiebe Judy, lieber Dani, das ist ja alles hochinteressant und wunderschön zum Anschauen. Besonders Kirgisien hat mir sehr gut gefallen. Hoffe, dass Euer Auto keine Pannen mehr hat. Geniesst es weiterhin. Ganz liebe Grüsse Barbara
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