Sonntag, 28. August 2011

28 Turfan - Kashgar



Wir verlassen die Turfansenke auf der Nordroute der Seidenstrasse.
Schon bald gehts in die Berge über veritable Pässe mit
ausgezeichneten Strassen .

Interessante Kombination: Halb Fels halb Sanddüne

Breite ausgetrocknete Flussbette entwässern die gewaltigen Felsmassive

Blick in die Talebene dahinter. Alles nur Wüste, fast wie im Death Valley in Kalifornien 


Als Transportroute ist die Seidenstrasse  immer noch sehr wichtig


In der Nähe von Yandi lassen wir Fels und Sand hinter uns und durchqueren eine grosse sumpfige  Ebene,

dazwischen Felder mit abgeernteten Melonen, Mais und ...



...vor allem Strauchtomaten
Die Laster warten darauf Ihre Ladung in der Fabrik abzuliefern.
Wir erstehen uns vom Bauer ab Wagen 2kg vollreife und aromatischeTomaten für nur 50 Rappen


Ob er wohl Hunde einsammelt? Zwei sind auf der Ladebrücke, einer rennt hinterher


Möbelgeschäft mit Freiluftaustellung am Kanal, dahinter eine slumartige Siedlung


Ein idyllischer, träg fliessender Fluss entwässert die Ebene in einen See bei Yandi



Gefischt wird mit einfachen Netzen, hier ein veritabler Graskarpfen
Im Strandrestaurant wird uns ein solcher zubereitet



Der See ist von einem dichten Schilfgürtel umgeben, so dass man nur schwer ans Wasser gelangen kann.
Wunderschöner Uebernachtungsplatz, wenn nur die Tausenden von kleinen Mücken nicht gewesen wären


Gänsezucht hinter dem Strandrestaurant. Die Gans, die wir assen war jedoch eher mager und zäh.
Es lebe die europäische Gänsemast


Wie überall in China: selbst wenn man in der Natur draussen steht, kriegt man Besuch.
Angesichts der Bärte  könnte man meinen wir seien in Afghanistan



Entlang der Strassen wachsen Tamarisken, die besonders genügsam sind bezüglich Wasser



Deutlich sichtbar ist  der Einfluss der Bewässerung: links Wüste, rechts Felder und Pappelbäume




Mitten in der Wüste taucht die Hochhaussilhouette von Korla auf



Geisterfahrer selbst auf Autobahnen sind nichts besonderes in China

Ein starker Wind wirbelt den Sand auf und verschlechtert zunehmend die Sicht


Wir fahren entlang der Tien Shan Gebirgskette westwärts



In Luntai, einer grünen Oase werfen wir einen Blick zurück auf die Schneeberge des Tien Shan und fahren südwärts


vorbei an vielen Baumwollfeldern


Schon bald hat uns die Wüste wieder.
Wir fahren an  Bohrtürmen und  Lagertanks vorbei.
Erdöl und Erdgasfunde haben hier  einen Bauboom ausgelöst.



Hinter den Bohrtürmen wird die Vegetation zunehmend öder. Wir beginnen die Durchquerung der Taklamakan Wüste, 550 Km ohne nennenswerte Zivilisation .
Es ist die längste Strasse der Welt durch eine reine Sandwüste.


Ein letzter breiter Fluss und dann gibts nur noch Sand und ausgetrocknete Flussbette


Teilweise Reste von Pappelwäldern, die Bäume können bis zu 1000 Jahre alt werden


Die Vegetation wird dünner und dünner, die Sicht dunstiger und dunstiger



Bald gibts neben den Sanddünen nur noch einen Grünstreifen entlang der Strasse,



der hauptsächlich aus Tamarisken und Schilf besteht

Ueberleben der Tamarisken ist nur möglich dank künstlicher Bewässerung. Alle 3-5 Km steht ein Pumpenhäuschen mit Solarpanels und Dieselgenerator.
In jedem Häuschen wohnt ein Hauswart, der für den Unterhalt zuständig ist.
Dieser Aufwand ist notwendig, um die Strasse sandfrei zu halten,  aber macht diese bezüglich Unterhalt zu einer der teuersten Strassen der Welt.


Am Rande der bewässerten Zone wird der Sand mit abgestorbenem Schilf stabilisiert




Uebernachtet wird auf einem der wenigen asphaltierten Austellplätzen, mitten in der Wüste


Die Weite der Sanddünen mit ihren feinen durch den Wind gebildeten Strukturen ist enorm


Kaum vorstellbar wie früher Karawanen  ihren Weg durch dieses Sandmeer gefunden haben





Sobald der Grünstreifen fehlt  gibts Sandverwehungen



Nach zwei Tagen Fahrt endlich wieder eine grüne Oase.
Alles ist ein wenig staubig.
Auf dem Hausdach der Sommerschlafraum, dessen mit Aesten verkleideten Wänden durchlässig für ein kühlende Abendbrise sein sollen


Dank Wasser aus dem nahen Bergen derTibet Hochebene gedeiht auch Reis
Moslime prägen das Bild entlang der Seidenstrasse

Häuser und Gärten werden gegen Wind, Sonne und Sand mit Pappeln  geschützt


Eselkarren: nachwievor das wichtigste Tranportmittel auf dem Lande

Fladenbrote, schön verziert und frisch gebacken sind die Grundlage unserer Ernährung


Kleine Moscheen  erwecken den Eindruck schon in Zentralasien zu sein.
Hier findet man keine Zeugen mehr der buddhistischen Vergangenheit oder eine Vermischung der Baustile wie dies weiter östlich der Fall war.

Pappeln entlang der Strasse werden oft mit Neigung gegen die Strassenmitte gesetzt um mehr Schatten zu spenden

Mopedhändler bringt Neuwagen zu Kunden

Das Dreirad Moped: das Familienauto des kleinen Mannes



Die Seidenspinnerei in Hotan: Die Spinnerin sitzt auf einem Lehmofen mit einem grossen Becken in dem die Kokons in heissem Wasser gekocht werden um den Leim resp. die Fäden zu lösen.
 Mehrere Fäden werden zu einem Zwirn zusammengefügt--



und aufgespult


Die Spulen werden umgespult und auf Fehler kontrolliert






Vorbereitung zur Batikfärbung: Die einzelnen Seidenstrangen werden mit  Plastikband umwickelt und abgebunden .
Der Rock zeigt ein traditionelles Muster, das so hergestellt wurde

Färbung der Seidenstrangen im Kessel


Weben ist oft Sache der Männer

Der Zettel wird auf eine Spule aufgewickelt


Typische chinesische Treibhäuser. Die Lehmmauern dienen als Wärmespeicher in kalten Winternächten. Die Südseite wird mit Plastik abgedeckt





Wir suchen Schutz vor dem Sandsturm in einer kleinen Oase

Ursprünglich an der Hauptstrasse gelegen, heute jedoch durch den Neubau der Strasse abgeschnitten


Ein paar Wenige harren aus. Hier ein Blick ins Sommer-Wohnzimmer. Ausser einem Fernseher und einer Nähmaschine  und Liegegelegenheit ist nicht viel zu sehen.
Das Schlafgemach ist durch Vorhänge abgetrennt.


Die Tankstelle und der kleine Laden (im Bild) haben längst dicht gemacht

Abends kommen die Hirten mit den Schafen von der Steppe zurück

Bauernhaus mit Rebenpflanzung hinter dem Haus
Flachdächer und Wände sind nur aus Lehm, verstärkt durch ein paar Holzstangen

Die Pergola hängt voller süsser Trauben


Der Stall mit Schilfdach und Wänden aus Aesten um etwas Schutz zu gewähren


Wallnussbäume: rundherum werden Pappeln gesetzt, als Schutz gegen Sonne, Wind und Sand.
Alles muss bewässert werden, aus einem der zahlreichen Flüsse aus den Bergen im Süden

Abends kriegen wir Besuch, erst die Dorfpolizei, 2 h später die Sicherheitspolizei aus dem 100 km entfernten Pishan. Diese bleiben die ganze Nacht zu unserem Schutz hier. In der Region haben sich kürzlich mehrere ethnisch bedingte Zwischenfälle ereignet und der Polizeichef will keine Risiken eingehen....

Dorfszene: Frauen und Mädchen tragen alle Kopftücher
Ein Burkaverbot im atheistischen China  steht nicht zur Diskussion


Wüstenfriedhof  mit eingezäunten Gräbern


Auf den erdigen Plätzen werden Tagetesblüten getrocknet.
Soll einen feinen Tee ergeben.

Die Bauern schlafen neben dem Platz im Freien. Wenn kein Bett zur Verfügung steht wie im Hintergrund, wird auch mal die Ladepritsche zweckentfremdet.

Strohtransport



Wegen Neubau der Brücke gehts über eine improvisierte, wackelige Konstruktion über den Fluss. Die Laster müssen direkt durchs Wasser fahren



Auch das gibts: Feuchtgebiet mitten in der Wüste

Typische lokale Produkte sind Rosinen und Nüsse


Die Verschleierung der Frau erinnert mich an einen Ritterhelm mit Klappe

Ueberwachung überall. Neben häufigen Polizeikontrollen werden mit Kameras und Blitzlampen  alle Fahrzeuge erfasst. So weiss man, wer wohin fährt.

Einer der Zahlreichen Bewässerungsknäle


Familienausflug zu fünft.

Futtertransport  für die wenigen Kühe. Sonst gibts hauptsächlich Schafe und Ziegen

Zwischen den Oasen immer wieder Abschnitte mit Wüste.
Temperaturen um die 37 °C und ein starker Wind strapaziern Fahrzeuge und uns.


Es ist Markttag: Hunderte von Eselkarren mit ganzen Familien mit fröhlichen Gesichter  fahren in die Stadt





Buntes Treiben: Nur mit Mühe schlängeln wir uns durch dieses Gewirr aus Eselkarren, Mopeds, Fussgänger und und und


Wer will Mandeln kaufen...
Alle wollen was verkaufen und auch selber kaufen


Unser Uebernachtungsplatz in Yenisar am Stausee


Auch diese Nacht lässt uns die Sicherheitspolizwi nicht alleine: in alten Strandhäuschen gehen 6 bewaffnete Soldaten in Stellung....
Es war eine friedliche Nacht, doch es zeigt, dass die chinesiche Regierung sehr nervös und unsicher  ist

Jetzt hats uns erwischt. Der Motor stottert nur noch.
Das Diagnose Gerät wird angeschlossen: Einspritzdruck zu tief....
Es hilft nur Abschleppen, 60 km auf holprigen Strassen
In der Stadt Kashgar wird in einer "Werkstatt" mit telefonischer Unterstützung von Mercedes Schweiz der Dieselfilter gewchselt, wodurch die Störung behoben werden konnte. Noch einmal Glück gehabt. Die nächste Mercedes Service Stelle in China  ist 3000 - 4000 km entfernt

Wir sind in Kashgar im alten uigurischen Hotel Seman.
Das Personal trägt traditionelle Kleidung,



interessiert sich aber dennoch für den für sie neuen westlichen Lebensstil

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