Montag, 19. September 2011

33 Samarkand




Wir lassen Tashkent hinter uns und ueberqueren schon bald den Syr Daria, einer der grossen Flüsse die in den Aralsee münden . Doch die Tadschicken lassen nur ungenügende  Mengen Wasser  nach Uzbekistan, was zu ständigen politischen Spannungen führt.Die Austrocknung des Aralsee ist eine Folge davon


Flusswasser ist auch  sehr wichtig für die Bewässerung der riesigen Baumwollfelder.


Wo Wasser fehlt gibts nur Steppe und kahle Hügel (gehören zu Tadschikistan)


Doch verdursten muss keiner hier: üppiges Angebot an Getränken und Früchten 


Uzbekistan ist ein wichtiger Seidenlieferant: Maulbeerbäume wachsen entlang der Strasse.



Nächster Etappenort auf der Seidenstrasse ist Samarkand
Der Registan ist der bedeutenste Platz im Zentrum, der von 3 Koranschulen umgeben ist

Sehr harmonische und ausgewogene Bauten mit reich verzierten Fassaden aus dem 14 bis 16 Jahrhundert.
Der Glasur  der Kacheln ist auch nach 600 Jahren noch gut erhalten.
 Jede Fassade ist individuell gestaltet.


Aussen und innen liegen die Kammern zum Schlafen oder zum Studieren dicht nebeneinander.



Wo früher die Schlafgemache der Schüler waren, sind heute schicke Boutiqen und Souvenirgeschäfte


Bekannt sind die Uzbekischen Keramikwaren
oder auch die Suzanis, mit Seide bestickte Tücher und Decken, hier im Samarkander Stil

Die Innenhöfe der Schulen werden peinlichst sauber gehalten.




Auch Ruhebetten fehlen nicht


Die Mosche der Tilla Kari Medresse ist innen reich vergoldet

Detail der Deckendekoration 

Innenhof mit Gebetsteppichen



Unser Aufenthalt in Samarkand verlängert sich unfreiwillig:  Das Wohnmobil muss wegen Schaden am Antrieb auf einen Lastwagenparkplatz geschleppt werden.
Wir parkieren neben ebenfalls gestrandeten Genossen






Nebenan eine einfache Garage mit einer Grube und sonst nichts...



Wir entschliessen uns ein Abschleppfahrzeug in Taschkent (400 Km) zu organisieren und die Reparatur dort in der Mercedes Garage fachmännisch durchführen zu lassen.
Ein ca 40 jähriger Ford mit Gasmotor kommt nach langem Warten um 2 Uhr morgens  das Auto aufladen...
Der Schwerpunkt des Campers liegt aber so weit hinten, dass der Ford vorne hochgeht.
Also Uebungsabbruch und wieder Abladen...





Wir bitten am Morgen die lokalen  Mechaniker uns zu  helfen das Problem zu finden: alles unter freiem Himmel
 .


Die einen glauben das Problem liegt links, die andern Experten tippen auf rechts...




Schlussendlich ist das defekte Teil gefunden. Die Innenverzahnung für die Achswelle an der  rechten Radnabe ist so stark abgenutzt, dass keine Kraftübertragung mehr möglich ist .
Wir versuchen den Wagen nach Tashkent (300 km) in die Mercedeswerkstatt zu bringen, doch ein erster Versuch das Auto um 3 Uhr morgens aufzuladen scheitert kläglich: zu schwer und zu lang


Also  warten auf die Ersatzteile aus der Schweiz. Wir vertreiben uns die Zeit  mit Aufräumen des Autos  und  dem regen Betrieb auf dem Platz zuschauen. Ganze Motoren werden ausebaut..


und auf Platz in Einzelteile zerlegt ....


"Dr Motor"  wie Achmed sich selbstnennt ist spezialisiert auf Zylinder, Kolben und  Kurbelwellen
Alle Teile werden im Innern eines LKW Anhängers fein säuberlich wieder zusammengesetzt.
Jedes Werkzeug wird nach jedem Arbeitsgang abgewischt und im Werkzeugkoffer verstaut: fast wie Arbeiten im Reinraum.



und am Wasserhahn abgespühlt und gebürstet




Abends werden wir von Raschid, dem Chef der Anlage zum Nachtessen eingeladen



Am nächsten Morgen ein Lichtblick : Doch leider ist der LKW  zu wenig breit




Vesperüberraschung


Wir haben nun Zeit in Hülle und Fülle um die vielen Parks und Sehenswürdigkeiten der Stadt genauer  anzuschauen 
 Viele  bedeutende Bauwerke dieser Stadt sind während der Regierungszeit (14Jh) des Nationalhelden Amur Timur entstanden




Das Mausoleum in dem Amur Timur und seine Söhne begraben liegen


Reich verziertes Eingangsportal mitMosaiken aus  Keramik

 Besonders schön ist der Komplex im Abendlicht


Das Mausoleum wird von Pilgern häufig frequentiert


Nachher geht man in die kleine Moschee nebenan 



Schuhe werden immer draussen gelassen


Freiluft Gebetshalle mit reich bemalter Holzdecke für heisse Tage 

Eingangstüre: Die Holzschnitzkunst ist hoch entwickelt in Zentralasien




Eingangstor (35 m hoch) zur Moschee Amur Timurs, die einstmal eine der grössten Moscheen Zentralasiens war, aber nach einem Erdbeben zum grösstenTeil einstürzte




Ueberreste des gewaltigen Bauwerks




Der Siob Basar nebenan  ist in modernen Gebäuden untergebracht. 



Unter den schönen Hallen mit geschnitzten Holzsäulen sorgt ein leichter Wind für angenehme Kühle.
Der Bäcker ist sichtlich stolz auf sein Werk


Halle für  Frischkäse, offensichtlich eine Angelegenheit für Frauen

Sobald die Verkäuferin einen Moment wegschaut, fallen die Tauben über die Linsen her.



Kürbisse, ein Zeichen dass der Herbst gekommen ist.


Die Jugend lässt sich immer wieder gerne fotografieren,will nachher aber  das Bild anschauen.

Neben dem Basar gibt es aber auch "moderne" Einkaufsstrassen, mit schönen Bürgerhäusern aus dem frühen 20Jh.....


mit vielen trendigen Kleidergeschäfte : Für Hochzeiten wird hier viel Geld ausgegeben

Auch der Bräutigam soll recht gekleidet sein: Prunkmäntel





Erholung nach der Schulstunde auf dem Ruhebank


Schuhputzerei und Schuhmacherei in einem

Hier  gibts auch Tophotels, die gegen gutes Geld gutes Internet anbieten (6$/hr)





Wir haben ein nettes Hotel im Zentrum gefunden: Eine angenehme Alternative  zum etwas öden LKW Platz. Das Gebäude ist neu aber in traditioneller Weise gebaut.



Siesta auf der Dachterrasse

Von oben hat man einen guten Einblick wie hier gewohnt wird


Spenglerarbeit in Eigenregie: auch alte Bleche werden wieder verwertet.

Die Nachbarn von nebenan. Eine vornehme gut gekleidete alte Dame. War Aerztin und hat 7 Kinder. Daneben eine der Töchter, sie ist Architektin











Etwas ausserhalb der Stadt, die Gräberstadt Shah e Sende



Entlang der Strasse reiht sich Mausoleum an  Mausoleum.



Viele der Mausoleen sind für Verwandte und hohe Angestellte von Amur Timur gebaut worden







Unglaublich diese Formenvielfalt dieser Keramik Mosaike


Neben dem eigentlich Grabraum gibts oft ....


kleine Moscheen und Gebetsnischen





 Ebenso reich sind die Schnitzerein an den Himmelspforten 




Zum Schluss noch ein Bild für Max: Chinesische Fliegenfallen werden hier in allen Restaurants gebraucht