Samstag, 28. Mai 2011

No 7 Kasan

Wir sind in Kasan, der Hauptstadt der autonomen Republik Tatarstan.
Die elegante 1.3 Mio Stadt ist das Zentrum des russischen Islams und ein wichtiger Industrie- und Handelsort (Oel) .
Ursprünglich ein Khanat, gegründet von den Goldenen Horden (Thschingis Khan).
Im 16. Jh von Zar Ivan dem Schrecklichen ins Russische Reich einverleibt, nachdem Ihn die Tochter des Khans nicht heiraten wollte.
In Tatarstan wird Tatarisch (eine Turksprache) und Russisch gesprochen.
Wegweiser sind immer zweisprachig  manchmal sogar zusätzlich  in lateinischer Schrift.

Unser Uebernachtungsplatz: Der Jarmarka (Austellungszentrum/Jahrmarkt)


Kasan ist auch aufgrund der vielen Universitäten eine Studentenstadt.
Hier die pädagogische Hochschule.


Im tatarischen Viertel ist noch vieles zu renovieren....

ausser der zahlreichen Moscheen.

Die neue Stadt mit Hotels und Banken.






Klassizistischer Bau der technischen Hochschule

Private Prachstvilla







Die Peter und Paul Kathedrale, errichtet zur Erinnerung an den Besuch des Zaren Peter des Grossen


Die orginale Austattung ist erhalten geblieben

Ikonen Detail: Es gibt keine Hauptfigur, jede Ikone wird für sich angebetet



7 stöckige Ikonostase mit wunderbarem Kronleuchter


In der Mitte die Zarentüre, die zum hinteren Altarraum führt, der nur von Männern betreten werden darf.

Ikone in vergoldetem Silberblech gearbeitet


Interessant sind die Motive der Dekoration: Weinranken und Blumen

Nationalmuseum


Der Eingang zum Kreml. Türme und Mauern sind weiss, da ursprünglich aus Kalkstein gebaut


Hochzeitsgäste im Aufstieg zur Moschee.
Man beachte die Kopfbedeckungen der Männer und Frauen.
Der türkische Einfluss ist unverkennbar

Kirchen für alle: Tataren, Tschuwaschen, Katholiken, Juden....

Ursprünglich während der Khanatzeit wurde  arabisch geschrieben, unter Peter dem Grossen lateinisch. Erst später wurde das kyrillische Alphabet mit Sonderzeichen übernommen. Arabisch wird aber nachwievor in kirchlichen Texten benutzt.




Luftaufnahme des Kremls

Die Kur Scharif Moschee im Kreml, eine der grossen Moscheen der Welt. Ein Neubau anstelle der von Iwan dem Schrecklichen zerstörten Kirche.


Das junge Hochzeitspaar geniesst es förmlich von allen Seiten fotografiert zu werden, etwas was in anderen islamischen Ländern ummöglich wäre. Im Hintergrund an der Ostwand eine Darstellung von Mekka mit arabischen Inschriften.


Die Hochzeitsgesellschaft

Der Gebetsraum





Gleich daneben dieMaria Verkündigungskathedrale mit den goldenen Sternen auf der Kuppel
Ein Beweis, dass die Stadt von jeher multikulturell war und geblieben ist.
Es leben 100 Ethnien hier: Tschuwaschen, Bakiren, Mordwiner, Baschkiren, Mari, Juden Kasachen ,Deutsche....: tönt  recht exotisch

Der schiefe Turm von Kasan: der Sage nach erbaut von Iwan auf Wunsch der Khantochter, die sich aber nach Errichtung von diesem zu Tode stürzte um der Heirat zu entgehen.




Der Palast des Staatspräsidenten (nicht Medwedew) im Kreml



Die tatarische Flagge (rot/grün) zuoberst auf dem Dach zeigt den ausgeprägten Nationalismus dieser autonomen Republik





Regierungsgebäude mit Luxuswohnungen im Hintergrund mit Sicht auf die Wolga, die von hier aus Richtung Süden (Kasachstan) fliest 




Einkaufsmeile: Die Bauman Strasse, benannt nach einem lokalen russischen Revolutionär mit der Erlöser Kirche




Die jungen Rekruten schätzen das grosse Bierangebot auf Strassen und in Bars

No 6 Suzdal - Tscheboskary - N. Nowgorod - Kasan




Wir übernachten auf einem Parkplatz eines Feriencamps, mitten in einer Landschaft

 geprägt durch ungenutzteWiesen, lichte Föhrenwälder

und zahlreichen trägen Flüsschen mit unendlich vielen Fröschen und Mücken: ein kleiner Vorgeschmack auf Sibirien


Die folgenden Bilder geben eine Impression der vielen Kirchen und reichverzierten Häusern die man in kleinen Siedlungen entlang der Strasse findet.







Wir fahren über Vladimir weiter auf der M7 nach Osten, die bis Wladiwostok führt.
Die Gegensätze: kleiner  Laden..

 und der Supermarkt. Heute wird eingekauft , wie wenn es hinter der Stadt nur noch Wildnis gäbe .47 Kassen zählen wir...


 Wir ereichen Nishni Nowgorod an der Wolga. Unser Uebernachtungsplatz, ein riesiges Eisstadion, das in dieser Jahreszeit recht verlassen wirkt.
Gruppenfoto der Damen auf der Tour


 Klosteranlage am Wolgaufer

 Gibt einen Eindruck für die Grösse dieses 3500 km langen Flusses der in unzähligen Schlaufen bis ins kaspische Meer fliesst. Immer noch ein  wichtiger Transportweg und Nahrungslieferant.



Bei uns werden Bäume geritzt, hier schreibt man seine Liebesbotschaft auf kleine farbige Bänder

Inselgruppe im breiten Fluss

 Wir verlassen Nowgorod. Wir brauchen wegen des riesigen Verkehrschaos eine gute Stunde.
 Im Vorstadtbereich findet man wie bei uns dieShoppingzentren...
riesige Wohnsiedlungen mit individueller Balkongestaltung...



 und Autohändler der gehobenen Klasse



Weiter aussen Verkaufsstände mit Früchten oder getrocknetem Fisch


Autobahnbaustelle. Hier wird eine Ueberführung gebaut, alles aus Sand, den es hier in Hülle und Fülle gibt.

Wir erreichen Tschboskary: die Hauptstadt der autonomen Republik Tschuwaschien.
Wir übernachten auf dem Parkplatz der Oper, die heute gerade keine Aufführung hat  
 Nebenan eine Bauruine aus sowietischer Zeit

In der Stadt ist jedoch die Moderne eingekehrt: Mac Donald's, natürlich  randvoll dank Burgers, Cola  und WiFi.
 Eine rege Bautätigkeit verändert rasch das Stadtbild.


 Grosszügige Parkanlagen mit Corporate Buildings


 Unsere Führerin der Sightseeing Tour will uns jedoch auch die Vergangenheit des Tschuwaschischen Volkes und Ihre Traditionen näher bringen.

 Den Gästen wird frisches Brot und Salz dargereicht.

Alte Tänze in wundervoll gestickten Kleidern

 Die jungen Mädchen begannen schon früh an Ihrer umfangreichen Garderobe zu arbeiten. Schönheit war bei Männern weniger gefragt als Geschicklichkeit beim Sticken.


Das Tuch für den Bräutigam: Feine Stickarbeit, wobei beide Seiten gleich schön gearbeitet werden


 Verzierte Holzgefässe für den Haushalt

 Das wichtigste im Tschuwaschenhaus: riesiger Kachelofen. Oben wird geschlafen....



Brust und Kopfschmuck aus alten Silbermünzen und Perlen zeigen den Reichtum der Frau.

 Tschuwaschisches Theater, daneben gibts auch ein Russisches



Baumwoll-Kombinat: Baumwollverarbeitung und Traktorenherstellung waren früher die wichtigsten Industriezweige  in der Stadt


 Das Tschuwaschische ist ugurisch/finnischen Ursprungs, verwendet aber heute kyrillische Buchstaben mit ein paar Sonderzeichen. In den Schulen werden beide Sprachen gelernt.
Die Wolga im Hintergrund,


Siegesplatz mit Denkmal gehört zu jeder Stadt

 mit Freilicht- Militärmuseum



Zubringer zur Autobahn: ein wirkliches Kunststück alle Löcher zu umfahren

 Tschuwaschien ist relativ dicht besiedelt auf dem Lande...


 dank fruchtbarer schwarzer Torferde

 Da die Wolga immer wieder  über die Ufer trat, hat man die Siedlungen auf dem Hochplateau gebaut.


 Eine der wenigen Brücken über die Wolga führen uns nach Kasan, der Hauptstadt der autonomen Republik Tartarstan. (total gibt es 21 autonome Republiken in Russland)


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Im Stadtzentrum von Kasan: nichts für schwache Nerven.